Hilfe der Misthaufen geht über! Wohin mit dem Pferdemist?

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Diese Frage stellt sich wohl jeder Pferdehalter spätestens dann, wenn die Wintermonate vorbei sind und der Misthaufen vor dem Stall zu einem “ Mount Everest“ mutiert. Wohin mit den ganzen Hinterlassenschaften der Pferde? Wir haben für euch recherchiert und vielleicht ist der eine oder andere hilfreiche Tipp dabei, den Pferdemist einer kostengünstigen Entsorgung zuzuführen.
Abholung durch Landwirte:
Das Aufbringen von Frischmist auf Wiesen- und Ackerböden richtet mit dem hohem Sägespäne Anteil, wohl mehr Schaden als Nutzen an. Durch die Holzspäne die sich im Mist befinden senkt sich der pH Wert des Mutterbodens. Nur durch häufiges Kalken oder durch andere Maßnahmen verhindert man, dass der Boden nicht übersäuert. Mist mit gehäckselten Stroh oder granuliertem Stroh (Pellets) vermischt ist wiederum ein guter Dünger der vom Boden sofort aufgenommen wird und auch dessen pH Wert nicht zerstört.
Für Rinderhalter:
Doch gibt es auch Rinderhalter die gerne den Späne-Pferdemist zur Auffüllung der Liegeboxen in der Rinder-Freilaufhaltung nutzen. Der Pferdemist hat unter der Strohauflage in den Tiefboxen einen wärmenden und bindenden Effekt. Stroh alleine rutscht und so gibt der Pferdemist nebenher den Kühen Halt, wenn sie nach dem Liegen aufstehen. (Quelle: Dr. Peter Ziegler und Sybille Möcklinghoff- Wicke vom Innovationsteam Milch Hessen)
Pferdmist-Biogasanlagen:
Vorzeigebeispiele, wie Pferdemist als Substrat für Biogasanlagen genutzt werden kann, finden sich auf der Seite der NATURSTROM AG mit Sitz in Düsseldorf. Demnach birgt Pferdemist ein gewaltiges Potential: "Ein einziges Pferd stellt genug Pferdeäpfel her, um einen Drei-Personen-Haushalt mit Strom zu versorgen. Bis zu 50 Kilogramm des als „Rosendünger“ geschätzten Materials fallen pro Tier und Tag an. Rund eine Million Pferde gibt es in Deutschland, genug, um mit ihrem Mist für etwa die gleiche Anzahl an Wohnungen Elektrizität herzustellen."

Ein Erfolgsbeispiel: "Die Pferdemist-Biogasanlage der Bioenergie Reichersbeuern GmbH ging im Dezember 2014 in Betrieb. Die Anlage der Region Oberland hat eine Leistung von 1.200 kW el und 1.000 kW th. Sie wird künftig etwa die doppelte Menge des Strombedarfs der 2.165 Einwohner großen bayerischen Gemeinde erzeugen. Als Einsatzstoffe werden pro Jahr folgende Substrate verwendet: 14.000 Tonnen Pferdemist, 4.000 Tonnen Rindergülle, 3.000 Tonnen Kleegras, 3.000 Tonnen Zwischenfrüchte und 500 Tonnen Gras aus der Landschaftspflege. Von rund 25 Reiterhöfen und weiteren Pferdehaltern im Umkreis von 30 Kilometern stammt der Pferdemist"!
Mehr Infos siehe www.energiezukunft.eu/biomasse/biogas/biogas-aus-pferdeaepfeln-gn103163/
Für Champignonzüchter:
Champignonzüchter erleichtern Stallbesitzer vom Pferdemist, der jedoch nur mit Stroh vermischt sein darf! Um hochwertiges Champignonsubstrat erzeugen zu können, muss der Pferdemist bestimmte Kriterien erfüllen:

  • Nur Weizenstroh ist erlaubt.
  • Der Pferdemist muss strohreich sein.
  • Der Mist darf nicht mit Blättern, Restmüll, Heu, Futterresten, Holzspänen, Seil oder Steinen verunreinigt sein.
  • Der Mist muss frisch sein. Jede Pferdebox muss zumindest einmal wöchentlich zur Gänze ausgemistet werden.
  • Das Mistlager muss mit einem LKW erreichbar sein.
Weitere Infos siehe: www.amco-paardenmest.nl/de/abholung-von-pferdemist//
Für Hobbygärtner:

Eine weitere Variante sich des Pferdemistes (entgeltlich) zu entledigen, wäre eine Kompostierung. Der Dünger wird sehr gerne von Hobbygärtnern angenommen!
Mehr Infos siehe www.pferdemistkompost.de/volumenreduzierung.html
und www.emiko.de/blog/bokashi-oder-kompost-aus-pferdemist/